120 SC
1089 cm3, 4 Zylinder in Reihe, 70 PS, 12 Volt
Vergaser Typ-Weber 36DR4SP
165 km/h
rechts
2
Hinterradantrieb
4-Gang
Trommelbremsen
42
Gitterrohrrahmen
Leergewicht 836 kg
Vorderradaufhängung unabhängig mit Querblattfeder Hinterräder Federung Starrachse mit Blattfedern
Historie ab 1949 bekannt
1'000'000
Karosseriebauer Stabliamente Farina
Ja/Nein
Abgeschlossen - 1A
Cisistalia war von Beginn weg sehr erfolgreich und ermutigten den Gründer Piero Dusio, zusammen mit niemand anderem als Ferdinand Porsche, (an dessen Haftentlassung aus einem französischen Gefängnis man nicht ganz unbeteiligt gewesen war), einen Rennwagen für die Formel 1 zu konstruieren. Diese Pläne erwiesen sich aber als zu ambitioniert und endeten in einem finanziellen Desaster und 1949 verliess Dusio Italien in Richtung Argentinien. Parallel zu den Rennsportambitionen hatte Dusio aber auch den Bau eines zweisitzigen Gran Tourers initiiert und der hier präsentierte Typ 202 GS (Gran Sport) wurde zur Legende.Technisch basiert der Wagen immer noch mehrheitlich auf Fiat Komponenten, wobei der Motor mit seinen nur 1’100 Kubik natürlich eine anständige Leistungssteigerung erfuhr. Nur der Block selber ist noch ein originales Fiat Bauteil. Von der Serie A (gebaut von 1947-1949) entstanden nur gerade 53 Exemplare als reiner Zweiplätzer. Zusammen mit dem Nachfolger 2+2 und den Monoposto verliessenungefair 170 Exemplare das Werk. Was den Cisitalia 202 Gran Sport aber so sensationell machte, dass das Museum of Modern Art in New York ein Exemplar in seine permanente Ausstellung aufnahm, ist die von Giovanni Savonuzzi gezeichnete Karosserie. Das Design war, für 1947, einfach atemberaubend und Elemente daraus beeinflussen Automobildesign bis zum heutigen Tag.
Dieser 1949 Cisitalia 202 Gran Sport mit Chassis Nr. 120 SC ist ein Modell der Serie A. Die Coupés der Serie A ( 2 Sitzer ) wurden von 1947 bis 1949 produziert, danach folgte die Serie B mit 4 Sitzen. Im Jahrgang 1949 wurden nur 9 STK hergestellt, insgesamt in der Serie A von 1947 bis 1949 total 53 Exemplare. Serie A: 1947 (17 STK), 1948 (27 STK), 1949 (9 STK). ZUsammen mit dem D46 und der Serie B sind vermutlich nur gerade 150 Fahrzeuge gebaut worden.
Die Geschichte (und Legende) um Cisitalia ist alles andere als einfach zu beschreiben. Die Marke «Consorzio Industriale Sportiva Italia» wurde kurz nach dem Krieg vom umtriebigen Verkaufsgenie und früherem Fussballhelden Piero Dusio zum Zweck der Herstellung und Vertrieb von Sportartikeln gegründet. Als begeisterter Autoliebhaber strebte er allerdings schon bald nach Höherem und fing 1946 damit an, kleine, auf Fiat Technik basierende Monoposto Rennwagen zu bauen.
Drei ikonische Automarken – Porsche, Abarth und Alfa Romeo – würden heute vielleicht nicht so existieren, wie wir sie kennen, wenn es nicht das bemerkenswerte Abenteuer von Cisitalia gegeben hätte, einem heute weitgehend vergessenen Unternehmen, das 1946 in Turin gegründet wurde.
Abarth wurde 1949 aus dem finanziellen Ruin von Cisitalia geboren und erwarb einen Teil der Ausrüstung, des Designs und des Inventars
Einer, der die italienische Automobilindustrie zu dieser Zeit nachhaltig prägte, war Rudolf Hruschka. Sein Können, seine Zielstrebigkeit, seine Standhaftigkeit und seine typisch deutsche Präzision waren entscheidend für die Rettung von Alfa Romeo in den frühen 1950er Jahren. Nach seinem Ausscheiden bei Cisitalia war Hruschka maßgeblich an der Industrialisierung des Alfa 1900 beteiligt, kurz darauf folgte die Giulietta. Jahre später wurde ihm die Entwicklung des Alfasud zugeschrieben, eines Autos, dessen Erfolg in jeder Hinsicht seiner Vision zu verdanken war.
Dante Giacosa und Giovanni Savonuzzi, beide von Fiat waren die Designer der Marke. Stabliamente – und Pinin-Farina habe die Karrosserie gebaut aber nicht designt.
Das hier gezeigte Exemplar wurde 1949 in Uruguay zugelassen und, nach einem dortigen Halterwechsel in den 70-er Jahren, später nach Italien exportiert und restauriert. Der Wagen hat mehrere Male erfolgreich an der historischen Mille Miglia teilgenommen und konnte die Rally in den Neunzigern mit den Fahrern Cavallari und Agnelli sogar gewinnen. Nach 15 Jahren im Mille Miglia Museum gelangte der Cisitalia, mittlerweile in ziemlich desolatem Zustand, schliesslich in die Schweiz, wo er vom – heute in Italien lebenden – Spezialisten für historische Rennfahrzeuge, Rowland Di Marzio, liebevoll restauriert wurde. Die Arbeiten waren 2024 fertig gestellt und das Auto wurde am Bürkliplatz Concours gleich mit dem zweiten Preis in seiner Klasse prämiert. Zum Fahren (Rechtslenker)ist der Wagen nicht ganz einfach. Vor allem ist er sehr laut und das noch unsynchronisierte Getriebe muss ebenfalls mit Sorgfalt behandelt werden. Natürlich sind noch Trommelbremsen verbaut, aber die haben mit dem Leichtgewicht keine Probleme. Man fährt halt so ein Auto generell viel vorausschauender als ein Modernes. Nur Kenner wissen, was es für eine Seltenheit ist, aber bewundert wird der Cisitalia von allen die ihm begegnen. Ein Verkauf für den jetzigen Besitzer des 202 Gran Sport ist kein Thema und eine Teilnahme an weiteren Concours wie zum Beispiel Villa d’Este und Mille Miglia 2027 sind geplant.
Das Fahrzeug befindet sich in der Ausstellung, nimmt an ausgewählten Events und Rallys teil.